Für ein sicheres Miteinander

Artwork: Benedikt Rugar, https://www.instagram.com/benedikt_rugar

Nehmt Rücksicht aufeinander und respektiert den persönlichen Raum anderer – bisher ungeschriebene Regeln müssen aufgrund von Fällen von Übergriffen durch Nadel- und Getränkespiking auf Clubbesuchende ausgesprochen werden. Zwar sind solche nicht einvernehmlichen und hinterhältigen Angriffe selten, aber jeder Fall ist einer zu viel – übergriffiges Verhalten ist inakzeptabel, das nicht einvernehmliche Berauschen anderer ist eine Straftat und gefährlich: Täter werden dauerhaft des Hauses verwiesen und den Behörden angezeigt. Um Schäden durch un/bewusstes Verhalten zu mindern, findest du hier Informationen und Ressourcen für ein sichereres Miteinander, und wie du dir selbst oder anderen helfen kannst, wenn Hilfe geboten ist.

Was alle tun können

Gebt aufeinander acht
Seid rücksichtsvoll miteinander, respektiert den persönlichen Raum und die Intimsphäre anderer, handelt nur nach gegenseitigem Einvernehmen – nur Ja heißt Ja! Wenn ihr eine negative oder bedrängende Erfahrung macht, wendet euch an eure Freund*innen, vertrauenswürdige Menschen und an unsere Crew.

Tauscht euch aus
Sprecht unter Freund*innen über euren individuellen Konsum, was und wieviel davon ihr hattet.

Trinkt Wasser, aber teilt nicht mit anderen
Bleibt stets hydriert und trinkt Wasser in kleinen Schlucken, ganz egal ob ihr nüchtern bleiben wollt, oder nicht. Kaltes, kostenloses Trinkwasser gibt es in allen Toilettenbereichen am Hahn. Nehmt keine Flüssigkeiten an, die nicht vor euren Augen an der Bar eingeschenkt wurden. Teilt keine Trinkgefäße mit anderen. Lasst eure Getränke nie unbeaufsichtigt stehen.

Informiert euch
Ladet die KnowDrugs-App runter und nutzt sie. Die App ist kostenlos und bietet umfassende, aktuelle Informationen und Warnungen zu Substanzen und Anleitungen zur Harm Reduction. Poly-Drogenkosum oder die Mischung mit Alkohol sollte unbedingt vermieden werden.

Sprecht es an
Wenn ihr nicht-einvernehmliche Handlungen oder übergriffiges Verhalten beobachtet, sprecht die Leute an, oder wendet euch an unsere Mitarbeitenden. Schreibt an support@berghain.de, wenn ihr im Nachhinein eine Erfahrung ansprechen möchtet.

Glaubt einander
Vertraut im Zweifelsfall der Darstellung Betroffener und helft anderen Menschen.

Vergesst nicht, nach Hause zu gehen
Schlaf ist unerlässlich und kein persönlicher Makel, Clubs sind laute Orte, eine Clubnacht ist kein Marathon – gönnt euren Körpern eine Pause. Wenn ihr geht, informiert eure Leute, oder lasst euch von vertrauenswürdigen Menschen begleiten. Erwägt die Nutzung eines Mitfahrdienstes mit registrierten Fahrern und vermeidet es, allein zu gehen.

Was du tun kannst, wenn du dich unwohl zu fühlen beginnst, oder von sexualisierter Gewalt betroffen bist

Suche sofort Hilfe bei anderen
Informiere deine Freund*innen, vertrauenswürdige Personen aus deinem Umfeld oder Fachleute und schildere ihnen jede Veränderung deines Zustands oder deiner Wahrnehmung. Bitte sie, bei dir zu bleiben, falls sich dein Zustand verschlechtert. Fordere Menschen, die du nicht in deine Nähe wissen möchtest, auf, die Situation zu verlassen – Täter können als vermeintliche Helfer auftreten.

Beziehe unsere Mitarbeitenden ein
Wende dich an unser Personal, egal ob Runner, Bar-, Garderobe- oder Türcrew. Sprich mit ihnen über deinen Zustand und was du weißt oder vermutest, was dazu geführt hat – sie werden dir helfen, Unterstützung rufen und dich gegebenenfalls in unserem Ruheraum im Erdgeschoss betreuen, oder medizinische Hilfe rufen.

Nimm ärztliche Hilfe in Anspruch
Wenn es die Umstände zulassen, lass dich medizinisch versorgen bzw. per Notruf an 112 ins Krankenhaus bringen, oder suche eine Arztpraxis auf. Wenn du das Gefühl hast, unter dem Einfluss von Date-Rape-Drogen bzw. K.O.-Tropen zu stehen – durch sogenanntes Drink- oder Needle-Spiking –, lass dich auf Rohypnol / Flunitrazepam, Fentanyl, Scopolamin, Propofol, GHB / GBL, Ketamin oder andere Downer testen. Verlange im Falle von körperlichen Verletzungen nach Medikamenten zur HIV- und Hepatitis-Postexpositionsprophylaxe. Gib gegenüber medizinischem Fachpersonal an, was du im Vorfeld der Verschlechterung deines Zustands bewusst konsumiert hast – Ärzt*innen unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht, aber Informationen helfen ihnen, dir zu helfen.

Sichere Beweise
Untersuche deinen Körper auf Anzeichen äußerer Einwirkung – um Beweise von potenziellen Straftaten zu sichern, musst du schnell handeln. Lasse blaue Flecken, Einstichspuren, Körperflüssigkeiten (Urin, Schweiß, Speichel, Sperma) und ein vollständiges Blutbild von einer Fachperson festhalten. Viele Drogen lassen sich nur innerhalb sehr kurzer Zeit nach Verabreichung nachweisen. Dokumentiere alle Erinnerungen an die Zeit vor deinem Erlebnis als Gedächtnisprotokoll. Ziehe eine Anzeige bei der Polizei in Erwägung, wenn du dich dazu bereit fühlst – nur so können Verbrechen verfolgt und Täter strafrechtlich belangt werden.

Tausch dich mit anderen aus
Fühl dich nicht schlecht oder schuldig für das, was dir angetan wurde. Sprich mit Freund*innen. Suche professionellen Rat und Unterstützung – siehe unten. Wende dich mit deiner Erfahrung an support@berghain.de, damit wir daraus lernen und unsere eigenen Maßnahmen anpassen können.

Was du tun kannst, wenn andere Hilfe benötigen

Erfahre mehr und handle
Sprich die hilfsbedürftige Person an, frage, wie es ihr geht, ob sie Hilfe wünscht oder benötigt. Wenn du dir über den Zustand eines anderen Menschen unsicher bist, bitte andere, Hilfe durch unser Personal zu holen und bleibe selbst bei der betroffenen Person.

Teile deine Kontaktinformationen, aber respektiere persönliche Vorbehalte
Ihr kennt einander nicht, aber du hast Beobachtungen gemacht, die anderen helfen könnten? Biete an, deine Kontaktinformationen mit Betroffenen zu teilen. Respektiere, dass du anderen fremd begegnest und dein Angebot ausgeschlagen werden kann. Unter Freund*innen, lasst nie jemanden mit anderen alleine gehen, wenn sie euch unbekannt sind oder ihr jemand nicht vertraut.

Biete keine ‚Selbstmedikation‘ an
Biete niemals eine Substanz an, um den Zustand einer Person zu verändern, zu ‚verlangsamen‘ oder zu ‚verbessern‘. In fast allen Fällen verschlimmert oder verkompliziert dies die Situation.

Wähle 112
Wenn du sicher bist, dass jemand sofortige medizinische Hilfe benötigt, oder wenn sich der Zustand verschlechtert, wähle den Notruf.

Ressourcen zur psychischen und physischen Gesundheit

Gewaltschutzambulanz
Rechtsmedizinische Untersuchungsstelle für Berlin an der Charitè
Vertrauliche Spurensicherung, Terminvereinbarung Montag bis Freitag zwischen 8:30 und 15 Uhr, Untersuchungen zwischen 8 und 16 Uhr
DNA-Spuren können nur innerhalb der ersten 72 Stunden nach einer Tat gesichert werden

Birkenstraße 62, Haus N, 10559 Berlin
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Tel: 030-450570270

MVZ Laboratoriumsmedizin Berlin
Laboranalyse Blutbild, Dienstag und Donnerstag zwischen 10 und 14 Uhr
Ostseestr. 111, 10409 Berlin
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Tel: 030-400064862

Berliner Krisendienst
Unterstützung bei psychosozialen Problemen täglich zwischen 16 und 24 Uhr, überregionaler Bereitschaftsdienst von Mitternacht bis 8 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen zwischen 8 und 16 Uhr
Große Hamburger Straße 5, 10115 Berlin
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Tel: 030-3906310

LARA - Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Frauen*
Beratung und Begleitung für weibliche* Opfer sexualisierter Gewalt, Montag bis Freitag zwischen 09 und 18 Uhr
Tel. 030-2168888

MUT-Traumahilfe für Männer*
Beratung und Begleitung für männliche* Opfer sexualisierter Gewalt, nach Terminvereinbarung
Tel: 030-23633978

Opferhilfe Berlin
Beratung und Unterstützung von Opfern und Zeug*innen von Straftaten, nach Terminvereinbarung Montag bis Freitag zwischen 10 und 13 Uhr, Dienstag und Donnerstag zwischen 15 und 18 Uhr
Oldenburger Str. 38, 10551 Berlin
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Tel: 030-3952867

Drogennotdienst Berlin
Partydrogensprechstunde mit Informationen, Beratung und Safer Use, 24-Stunden-Hotline
Tel: 030-19237

Heimwegtelefon
Telefonische Begleitung auf deinem Heimweg, egal wo, Sonntag bis Donnerstag zwischen 20 Uhr und Mitternacht, Freitag und Samstag zwischen 20 und 3 Uhr
Tel: +49-30-12074182

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