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Mittwoch 01.07.2026 tür 19:00 beginn

Kantine am Berghain

Screening 2

Artist films on sub- and counterculture

  • Andrew Norman Wilson
  • Rhea Storr
  • Sebastian Weise
  • Tobias Zielony

Tickets

0,00€ via Frei / Free

SCREENING – Artist films on sub- and counterculture ist eine sechsteilige Kurzfilmreihe, die Film- und Videoarbeiten international renommierter Künstler*innen mit selten gezeigten Undergroundfilmen zusammenbringt. An sechs Abenden im Sommer 2026 präsentiert die Kantine am Berghain Kurzfilme, die sich auf unterschiedliche Weise mit Musik, Körper und Identität im Kontext von Sub- und Gegenkulturen auseinandersetzen. Der Eintritt ist frei.



SCREENING
Artist films on subculture and counterculture

Kantine am Berghain
23 Juni, 1 Juli, 8 Juli, 30 Juli, 5 August und 12 August

Tobias Zielony


Maskirovka, 2018, 8’

Maskirovka wendet den Blick auf die queere Underground- und Technoszene in Kiew nach der Revolution von 2013 und reflektiert zugleich die politische Instabilität sowie russische Einflussnahme in der Ukraine. Der Titel verweist auf Täuschungsstrategien („Maskirovka“) und eine Realität, in der Wahrheit und Inszenierung zunehmend ineinander übergehen. Aus 5.400 Einzelbildern montiert, verbindet der Film Club-, Stadt- und Kriegsbilder zu einem stroboskopisch flackernden Bildraum und eröffnet so einen vielschichtigen Blick auf die widersprüchlichen Lebensrealitäten in einer permanenten Konfliktsituation.

Tobias Zielony (geb. 1973 in Wuppertal, lebt und arbeitet in Berlin) ist ein Fotograf, der sich seit rund 20 Jahren mit jungen Menschen in marginalisierten suburbanen Milieus beschäftigt. Zielony hatte zahlreiche institutionelle Ausstellungen; unter anderem bespielte er den Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig 2015.

Sebastian Weise


Tricky Disco, 2022, 24’

Tricky Disco zeichnet verschiedene Formen räumlicher und kultureller Aneignung nach und folgt dabei zunächst den Spuren in der Biografie des Autors. Der Film stellt Parallelen in der Stadtentwicklung von Berlin und Frankfurt her. Er entlarvt den Versuch, die Techno- und House-Bewegung als „deutsches Kulturgut“ zu vereinnahmen, und zeigt, wie diese im Zuge einer vorschnellen Musealisierung ökonomisch verwertbar gemacht werden soll.

Sebastian Weise (geb. 1983 in Dresden, lebt und arbeitet in Berlin) ist ein bildender Künstler, der vor allem mit Film und Video arbeitet. Seine Arbeiten untersuchen das Verhältnis von Raum, Körper und Erinnerung sowie die Spannungen zwischen dokumentarischer Beobachtung und subjektiver Erfahrung.

Rhea Storr


Here is the Imagination of the Black Radical, 2020, 10’

Afrofuturismus spiegelt sich auf den Bahamas im Junkanoo, einem Karneval, der seine Wurzeln im Widerstand versklavter Menschen hat, denen lediglich der erste und zweite Weihnachtsfeiertag als freie Tage gewährt wurden. Der Film begleitet die „Shell Saxon Superstars“, eine Gruppe mit 1.500 Mitgliedern, bei ihren Vorbereitungen für diese Parade. Die „Saxons“ vereinen sich schließlich zu einer spektakulären Performance, in der sie politische Themen mit den Mitteln des Straßenkarnevals verhandeln.

Rhea Storr (geb. 1991 in Leeds, lebt und arbeitet in London) ist eine britische Künstlerin und Filmemacherin. In ihren experimentellen 16mm- und Videoarbeiten untersucht sie die Repräsentation Schwarzer und mixed-race Kulturen sowie die politischen und ästhetischen Dimensionen von Maskerade, Karneval sowie des städtischen Raums.

Andrew Norman Wilson

In the Air Tonight, 2020, 17’

In the Air Tonight ist laut Phil Collins ein Song über Scheidung – doch einer urbanen Legende zufolge verbirgt sich dahinter eine ganz andere, düsterere Geschichte. Der Film greift diese Legende auf und interpretiert sie augenzwinkernd und traumhaft neu. Regisseur Andrew Norman Wilson knüpft dabei an einen Moment unheimlicher Synchronizität an: Er hört das Lied im Auto, während ein Fahrer neben ihm denselben Song mitsingt. Ausgehend von diesem flüchtigen, beinahe kosmischen Ereignis entwirft er eine fiktive „Genesis“ für den Hit, der Collins’ Solokarriere begründete.

Andrew Norman Wilson (geb. 1983; lebt und arbeitet in New York) ist ein amerikanischer Künstler und Regisseur. Seine Filme wurden auf dem Sundance Film Festival, dem New York Film Festival und in Rotterdam uraufgeführt. Seine Arbeiten befinden sich in Sammlungen wie dem Museum of Modern Art in New York, dem Whitney Museum of American Art, dem Getty Museum und dem Centre Pompidou.

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Programm: Sebastian Weise