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Etapp Kyle
Alpha

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Es versteht sich von selbst, dass der (Welt)Raum schon immer ein zentrales Motiv von Techno war – sowohl in Hinsicht auf kosmische und futuristische Aspekte, als auch auf die räumlichen Dimensionen akustischer Elemente. Mit seinem ersten Ostgut Ton-EP-Release betont der ukrainische, in Berlin lebende Berghain-Resident Etapp Kyle die Schnittmengen genannter Begriffe, vermeidet dabei aber die offensichtlichen intergalaktischen Klischees von Techno.

Teils an seine Continuum EP (Unterton, 2016) anknüpfend stehen als Resultat vier Stücke makellosen Sci-Fi-Minimalismus, angetrieben von Ambient-Synths und perkussiven Explosionen in entfernten Stratosphären – mehr utopisch denn dystopisch. Der Opener „Alpha“ baut das kosmische Thema von Beginn an auf: schwellende Akkorde mit rauschenden, sich überlagernden Himmelsstürmen ziehen sich durch das Stereobild. Während eine gedämpfte Kickdrum den Anfang macht, ist es die rhythmische Wechselwirkung zwischen dynamischen Hi-Hats und halllastigen Rimshots, die das Stück durch den Raum trägt. „Quantum“ auf A2 bricht die Reise runter auf ein glühendes, unbeirrtes Synth-Arpeggio, durchsetzt mit verzerrten, hochgepitchten Glöckchen und 909-haften Snare-Motiven.

Etapp Kyles deeper, Bleep-verliebter Minimalismus setzt sich mit „Source“ auf der B-Seite fort, wo morphende Hi-Hats und eine atmosphärische zwei-Akkord-Sequenz die Basis für eine ineinandergreifende Anordnung von Rhythmen legen. Mit dem Schlusspunkt „Ritual“ nehmen die Dinge eine gänzlich andere Wendung, wenn Grabgesang-gleiche Drones zu überdimensional-sonischen Ausbreitungen widerhallen. Schließlich füllen ASMR-induzierendes Vinylknistern und minimale, synkopierte Rhythmen die galaktischen Details hinzu. Dröhnende, tribalistische Pauken komplettieren die Kickdrum im Takt während das Schüttelrohr den Groove trägt.

Als Produzent beherrscht es Etapp Kyle, Atmosphäre durch ein Ohr für musikalisches Detail und extreme Präzision zu erzeugen. Seine Mischung aus kleinteiliger, halluzinatorischer Rhythmik und klanglich-räumlicher Sondierung projiziert die einzelnen Stücke vom ‚big room‘ bis über Technos größten Raum hinaus: das Universum.

Tracklist

Tracks VINYL

A1. Alpha

A2. Quantum

B1. Source

B2. Ritual

Links

Artwork

Artwork by Matteo Greco

Release Date

08. September 2017

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