Donnerstag 30.07.2026 beginn 19:00
Kantine am Berghain
Screening 4
Artist films on sub- and counterculture
- JetztCourtesy with Laura Schaeffer
- JetztSugano Matsusaki & Jonas Beile
- JetztTRANSmisia x Courtesy
- JetztYalda Afsah & Ginan Seidl
Tickets
0,00€ via Frei / Free
SCREENING – Artist films on sub- and counterculture ist eine sechsteilige Kurzfilmreihe, die Film- und Videoarbeiten international renommierter Künstler*innen mit selten gezeigten Undergroundfilmen zusammenbringt. An sechs Abenden im Sommer 2026 präsentiert die Kantine am Berghain Kurzfilme, die sich auf unterschiedliche Weise mit Musik, Körper und Identität im Kontext von Sub- und Gegenkulturen auseinandersetzen. Der Eintritt ist frei.
SCREENING
Artist films on sub- and counterculture
Kantine am Berghain
23 Juni, 1 Juli, 8 Juli, 30 Juli, 5 August und 12 August
Yalda Afsah & Ginan Seidl
Boy, 2015, 30’
Farahnaz ist 13 Jahre alt und wuchs als „Bacha Posh“ in Mazar-e-Sharif, Afghanistan, auf. Nach dieser kulturellen Praxis werden Kinder, die als Mädchen gelten, von Geburt an oder schon in jungen Jahren wie Jungen gekleidet und in dieser sozialen „Rolle“ erzogen. Farahnaz lebt bewusst mit den Freiheiten und Pflichten eines Jungen in einer von patriarchalischen Traditionen geprägten Gesellschaft. Der Film nähert sich seiner Protagonistin mit großer Sensibilität und zeichnet ein einfühlsames Porträt über Identität, soziale Rollenbilder und den Alltag zwischen Anpassung und Selbstbestimmung
Yalda Afsah (geb. 1983, lebt und arbeitet in Berlin) ist eine Künstlerin und Filmemacherin, deren Arbeit sich zwischen dokumentarischen und inszenierten Bildformen bewegt. In ihren Filmen und Installationen untersucht sie Machtverhältnisse, Rituale und kollektive Praktiken sowie die Beziehung zwischen Mensch, Tier und Umgebung. Ihre Arbeiten wurden u.a. auf dem Locarno Film Festival, dem New York Film Festival, den Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur, dem Ludwig Forum Aachen und dem Kunsthaus Hamburg gezeigt.
Ginan Seidl (geb. 1984) ist Filmemacherin und lebt und arbeitet in Halle (Saale) und Berlin. Sie wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet und war Residenzstipendiatin in Istanbul und Mexiko. Ihre Arbeiten wurden international auf Filmfestivals sowie in zahlreichen Ausstellungen präsentiert, unter anderem im Forum Expanded der Berlinale, bei Visions du Réel, CPH:DOX und FICUNAM sowie in verschiedenen Kunstinstitutionen und Galerien.
TRANSmisia x Courtesy
If agony is your objet petit a, what am I?, 2026, 2’
Girls can wear Jeans … and their hair short … and shirts … and boots.
’Cause it’s ok to be a boy.
But for a boy to look like a girl it’s degrading
’Cause you think being a girl is degrading.
Simply you'd love to know what it’s like … wouldn’t you?
Courtesy with Laura Schaeffer
intimate yell chapter II, 2024, 5’
Intimate Yell Chapter II ist eine rhythmische Reflexion über Geschlechterverhältnisse sowie über Maskulinität und Feminität innerhalb patriarchaler Strukturen. Poetische Referenzen – darunter Virginia Woolfs Orlando sowie Texte von Frank O’Hara und Tim Dlugos – eröffnen einen emotionalen Raum, der von flüchtigen Begegnungen, dem Wunsch nach Nähe und den Spannungen zwischen digitaler und körperlicher Intimität erzählt. Im Wechselspiel zwischen der Extrovertiertheit des Clubs und Momenten stiller Selbstreflexion entwirft das Video ein sensibles Porträt von Freundschaft, Begehren und Einsamkeit.
Courtesy ist eine dänische Künstlerin und DJ, die in Berlin lebt und arbeitet. Sie ist international als DJ aktiv und ist Resident bei NTS Radio und Gründerin sowie künstlerische Leiterin der interdisziplinären Plattform Against Interpretation Club, über die sie Musikveröffentlichungen, Publikationen und Veranstaltungen kuratiert. Ihre Praxis bewegt sich zwischen DJing, Komposition, Performance und bildender Kunst und ist stark auf soziale Begegnungen ausgerichtet – ob auf dem Dancefloor, in performativen Settings oder kollektiven Formaten.
Sugano Matsusaki & Jonas Beile
GMT+9, 2024, 29’
Zwei japanische Frauen ziehen nach Berlin, um den gesellschaftlichen Zwängen in ihrer Heimat zu entfliehen und als Paar zusammenzuleben. Während Maki ihr neues Leben genießt, verbirgt Saki die Beziehung vor ihrer Mutter und spielt vor, weiterhin in Tokio zu leben. Auf gewisse Weise stimmt das auch, denn Sakis Lebensrhythmus bleibt auf die japanische Zeitzone GMT+9 eingestellt. Berlin ist jedoch nicht der erträumte Sehnsuchtsort und die erhoffte Freiheit entpuppt sich als Eintrittskarte in die harte Ökonomie der Selbstbehauptung. Es kommt zur Krise, als Saki einen neuen Job als “Chat-Lady” für eine japanische Website beginnt, wo sie sich Nacht für Nacht mit männlichen Kunden unterhält.
Sugano Matsusaki (geb. 1992, lebt und arbeitet in Berlin) ist eine in Okinawa geborene Künstlerin und Filmemacherin. Nach einem Soziologiestudium an der Keio-Universität in Tokio studierte sie Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin, das sie als Meisterschülerin abschloss. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit Fragen von Identität, Migration, Sprache und Intimität. Gemeinsam mit Jonas Beile entwickelt sie Filme und Installationen, die auf Recherche, Interviews und kollektiven Schreibprozessen in Japanisch, Deutsch und Englisch basieren.
Jonas Beile (geb. 1985, lebt und arbeitet in Berlin) ist Künstler und Filmemacher. Er studierte Philosophie an der Universität Freiburg sowie Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Film, Installation und dokumentarischer Recherche und untersuchen die Grenzen von Authentizität, Inszenierung und sozialer Rolle.
Programm: Sebastian Weise