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ostgut cd43/lp29

Martyn
Voids

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Während des letzten Jahres unterlief der gebürtige Niederländer und heute in Washington D.C. lebende Producer Martyn eine Metamorphose – eine, die mit einem medizinischen Notfall begann und in einer persönlich-musikalischen Wandlung gipfelte.

Nachdem er dem Tod nach einem Herzinfarkt im Sommer 2017 nur knapp von der Schippe gesprungen war, ging Martyn wieder ins Studio. Damit begann ein Prozess, der ihn die Elemente seines künstlerischen Schaffens neu verorten ließ: Sampling, Unvorhersehbarkeit, Melancholie, Sci-Fi, Polyrhythmik, Flächen, Ekstase, Detroit, ineinandergreifende Percussion und Bass. Den Auslöser, an neuer, eigener Musik zu arbeiten, gab M’Boom, ein 1979er-Album von Max Roach und dessen Percussion-Ensemble selben Namens.

Martyn: “Das war das erste Album das ich hörte, nachdem ich aus dem Krankenhaus kam. Bei diesem Projekt arbeitete Roach mit einigen spitzenmäßigen Percussionisten und Drummern, die dann für jedes Stück die Instrumente wechselten. Dieses Album zu hören war eine surreale Erfahrung, die erste Musik, die ich nach der Genesung bewusst hörte. Da war so viel Raum in der Musik, etwas, das ich vorher nie bemerkt hatte – beinahe 3D, aber das bemerkenswerteste war die Leere zwischen den Musikern.

Im Laufe der nächsten acht Monate schrieb Martyn Voids, sein erstes Album für Ostgut Ton und in mancher Hinsicht ausgesprochen anders als seine vorangegangenen Soloalben: keine Features oder Kollaborationen, mit neun Stücken auf die musikalische Essenz reduziert. Zudem ist es eine höchst persönliche Herangehensweise auf neuen Wegen innerhalb Genres, die der Berghain/Panorama Bar-Resident lange selbst mit seinen innovativen Produktionen geprägt und vorangetrieben hat: Post-Dubstep und UK Garage.

Voids ist grob unterteilt in diese musikalische Basis, rekontextualisiert mit Elementen aus der Nyabinghi-Rhythmik, Drum ’n’ Bass und Gqom, woraus knurrende, basslastige Hybride entstanden. Diese Entwicklung deutete sich schon auf GL Outtakes an – die im November 2017 erschienenen Neubearbeitungen und Edits seines bahnbrechenden Debütalbum Great Lengths (2009). Demgegenüber ist Voids auch ein Versuch, persönliches Trauma und den Verlust von Weggefährten zu verarbeiten, wie dem zu frühen Tod seines langjährigen Freunds und Producers Marcus Intalex alias Trevino, dem der Track „Manchester” auch gewidmet ist.

Der Sound von Voids ist groß, kompromisslos und ungeschliffen. Musik als Therapie, aus den wohltuenden Elementen vergangener Klänge zehrend, aber fernab jeglicher Retrospektive.

Vielmehr ist Martyn mit elektronischem Futurismus wohlvertraut, wie seine zahlreichen Soloproduktionen auf Ostgut Ton, Dolly, Hyperdub, Brainfeeder, Ninja Tune, Warp und seinem eigenen 3024-Label zeigen. Letzteres betreibt Martyn gemeinsam mit dem bildenden Künstler Jeroen Erosie, der auch für die visuelle Identität und Artwork dieses neuen Albums verantwortlich zeichnet. Auf Voids verschmelzen nun Martyns futuristische, sonische Eigenschaften zu etwas Dunklerem, stärker biografischen, frei von Erwartungen.

Woken by the spirits of a new life dawning.” – The Spaceape

Tracklist

  • Voids One
  • Manchester
  • Mind Rain
  • Nya
  • Why
  • Try To Love You
  • Cutting Tone
  • World Gate
  • Voids Two

Artwork

Jeroen Erosie
Photos by Josh Sisk ©

Release Date

22. Juni 2018

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